Plötzlich Pflegefall – Erste Schritte

Plötzlich Pflegefall – Erste Schritte

Ein Pflegefall tritt meistens unerwartet ein. Vieles ist dann zu erledigen, doch die Wenigsten wissen, an wen sie sich wenden können, um Hilfe zu bekommen und welche Leistungen ihnen zustehen.

Antrag auf Pflegegrad

Schnellstmöglich sollte ein Pflegegrad beantragt werden, falls dies noch nicht geschehen ist. Das Formular hierfür erhalten sie von ihrer zuständigen Pflegekasse. Sobald Ihrer Kasse der Antrag vollständig ausgefüllt vorliegt, beauftragt diese den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), der eine Begutachtung vornimmt. Wer Schwierigkeiten beim Ausfüllen  des Antrages auf Pflegeleistungen hat, sollte sich an die örtlichen Pflegestützpunkte oder Seniorenberatungsstellen der Stadt Mannheim wenden. Am Tag der Begutachtung empfiehlt es sich ärztliche Gutachten etc. bereit zu halten, so dass sich der/die Mitarbeiter/-in des MDK ein umfassendes Bild vom gesundheitlichen Zustand machen kann.

Häusliche Situation und Organisation

Wenn die Pflegebedürftigkeit einmal festgestellt wurde (der Pflegegrad geht aus dem Gutachten des MDK hervor) muss im einem nächsten Schritt überlegt werden, wer die Pflege übernimmt. Die Pflege kann eigenverantwortlich organisiert werden, dann wird die Pflege über Angehörige sichergestellt. Der Pflegebedürftige erhält in diesem Fall Pflegegeld von der Pflegekasse entsprechend seines Pflegegrades. Sollte es keine Pflegeperson im Umfeld geben, die die Pflege übernehmen kann, sind wir als ambulanter Pflegedienst rasch zur Stelle und übernehmen die professionelle Pflege, medizinische und hauswirtschaftliche Versorgung in der Häuslichkeit. Die in Anspruch genommenen Leistungen (Pflegesachleistungen) rechnen wir direkt mit ihrer Pflegekasse ab. Ihre Kasse informieren Sie in diesem Fall bitte im Vorfeld, wenn Sie unseren Dienst in Anspruch nehmen möchten.

Nicht jede Wohnung oder jedes Haus ist auf einen Pflegefall vorbereitet. Pflegebedürftige Menschen sind – vor allem auch im fortgeschrittenen Alter sturzgefährdet. Hier müssen Stolperfallen und Sturzgefahren beseitigt werden. Manchmal muss das Zuhause daher behindertengerecht umgebaut werden. Wohnumfeldverbesserungen können beantragt und mit bis zu 4.000 € pro Maßnahme von der Pflegekasse bezuschusst werden. Informationen hierzu und auch zu Hilfsmitteln erhalten Sie beispielsweise über das Sanitätshaus Kocher.

Weitere Zuschussmöglichkeiten

Reichen die Leistungen der Pflegekasse (Pflegesachleistungen, Pflegegeld und Pflegehilfsmittel, Entlastungsbetrag) nicht aus, um die Kosten der häuslichen Pflege zu decken, so müssen Sie die Differenz selber tragen (Eigenanteil). Sind die Rente und das Vermögen aufgebraucht, werden Angehörige zur Kasse gebeten, wie Ehepartner und Kinder.

Sind sowohl Ihre finanziellen Mittel, sowie die Ihrer Angehörigen erschöpft, wenden Sie sich diesbezüglich bitte an das Amt für Soziales und Senioren der Stadt Mannheim oder an die örtlichen Seniorenberatungsstellen sowie Pflegestützpunkte, die weitere Auskünfte erteilen.

Haben Sie allgemeine Fragen zum Thema Pflege?
Bitte rufen Sie uns an: 1689-100 oder schreiben Sie uns: pflege@diakonie-mannheim.de